WAZ, 9. Juni 2010
WAZ, 9. Juni 2010
Nach Spitzengespräch: Höhe der Deponie soll auf 30 Meter begrenzt werden
Michael Weeke
Konkrete Zusagen über den Betrieb der umstrittenen Werksdeponie Marbach in Hamme machten Vertreter von Thyssen-Krupp-Nirosta bei einem Gespräch mit Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz am Montag im Rathaus.
Nach den heftigen Auseinandersetzungen um die Wiedereröffnung der Deponie für Edelstahlschlacke hatte sich zuletzt die Oberbürgermeisterin in die Debatte eingeschaltet. „Die Bevölkerung des Stadtteils war nach den Ankündigungen beunruhigt." Mehr als zwei Stunden saßen Baurat Dr. Ernst Kratzsch und die Oberbürgermeisterin mit Nirosta-Vorstand Dr. Jörg Beindorf und der Leiterin des Umwelt- und Energiemanagements Dr. Verena Schulz-Klemp zusammen, um auszuloten, wo noch etwas geht, wo Verhandlungsspielräume sind.
Im Wesentlichen sind es drei Punkte, die jetzt in einer Art Vereinbarung zwischen der Stadt Bochum und dem Edelstahlkonzern zusammengestellt worden sind. Zwar gelang es offenbar nicht, Einfluss auf die Menge der dort abzulagernden Schlacke und Ofenausbruch zu nehmen. Doch sagte das Krefelder Unternehmen zu, die Höhe der Aufschüttung nicht über 30 Meter anwachsen zu lassen. Ursprünglich waren 35 Meter Höhe angepeilt. Eine Einschränkung von Laufzeit und Volumen habe sich während des Gesprächs als wenig praktikabel gezeigt, so ein Gesprächsteilnehmer.

Auszubildende von Thyssen-Krupp-Nirosta demonstrieren an einem Modell den geplanten Aufbau der Deponi-Marbach. Foto: Ingo Otto
Wie Thyssen-Krupp bereits auf mehreren Versammlungen mit Anwohnern angeboten hatte, soll nun auf jeden Fall ein Beirat eingerichtet werden, in dem auch Vertreter der Bürgerschaft sitzen sollen. Eine wichtige Aufgabe dieses Gremiums könnten die Einflussmöglichkeiten auf die spätere Gestaltung des Deponiekörpers sein. Ganz klar soll in der Vereinbarung außerdem geregelt werden, dass auf dem Gelände zwischen Marbach und Autobahn ausschließlich Rückstände aus der Edelstahlherstellung des Bochumer Werkes abgelagert werden dürften. Offen ist hier wohl noch, wie das konkret überprüft werden kann. Dies jeden-
falls war eine zentrale Forderung der Deponie-Kritiker. Diese hatten wiederholt ihre Befürchtung geäußert, dass die Deponie für andere Abfälle oder Produktionsrückstände genutzt werden könnte.
Bis zum Donnerstag, 10. Juni, sollen die Ergebnisse des Gesprächs sowohl in den Antrag von Thyssen-Krupp als auch in die Stellungnahme der Stadt eingearbeitet werden. Um 15 Uhr tagt an diesem Tag im Rathaus der Umweltausschuss, wo die Stellungnahme der Stadt ein letztes Mal beraten werden soll. Wie berichtet, hatte die Verwaltung keinerlei grundsätzliche Bedenken gegen die Wiedereröffnung der Deponie geäußert. Zuletzt schlug die Hammer Runde, wo sich der Widerstand der Bevölkerung am deutlichsten artikuliert hatte, eine Reihe von Lösungsmöglichkeiten vor.
GANG DES VERFAHRENS
Wenn am Donnerstag der Umweltausschuss die Erklärung der Stadt zur Deponie-Marbach verabschiedet, beginnt für die Umweltbehörde in Hagen die Arbeit. Nach Sichtung sämtlicher Stellungnah-
men ist die Behörde verpflichtet, zu einem öffentlichen Erörterungstermin zu laden. Danach entscheidet das Amt, ob und möglicherweise unter welchen Auflagen die Deponie betrieben werden kann.

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