NRW-Petitionsausschuss informierte sich auf der Deponie
Gespräch mit Vertretern von Behörden und Thyssen-Krupp-Nirosta. Anwohner mussten draußen bleiben und protestierten
NRW-Petitionsausschuss informierte sich auf der Deponie
Gespräch mit Vertretern von Behörden und Thyssen-Krupp-Nirosta. Anwohner mussten draußen bleiben und protestierten
Michael Weeke
Einen lautstarken Empfang boten rund 60 Menschen, die an der Deponie Marbach in Hamme leben, den Vertretern des Petitionsausschusses des NRW-Landtags. Berichterstatter Serdar Yüksel (MdL/SPD) traf sich am Freitag mit Vertretern von Thyssen-Krupp, der Umweltbehörde und der Stadt vor Ort. Bei der Begehung der Deponie blieb die Öffentlichkeit außen vor, was zu Protesten am verschlossenen Tor zum Deponiegelände führte.
Bereits seit fünf Generationen lebt die Familie von Karo-la Tewes an der Von-der-Re-cke-Straße im Schatten der Deponie. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Wir möchten nicht, dass diese
Deponie wieder aufmacht." Wie ihre Mieterin Inge Grabowski kann sie sich noch an Zeiten erinnern, als die Schlackendeponie in Betrieb war und regelmäßig Laster über die Straße ratterten. Auf dem Gelände ließ sich Serdar Yüksel von den Thyssen-Krupp Vertretern Dr. Verena Schulz-Klemp und Roland Liedtke erklären, wie sich der Konzern die Erweiterung vorstellt. Dazu findet in der nächsten Woche zudem eine Erörterung durch die Hagener Umweltbehörde in Bochum statt.
Olaf Häusler ist Anwohner. Er lebt nördlich der Deponie, nur von der Autobahn getrennt in der Glückaufstraße. Er hatte sich direkt an den Petitionsausschuss gewandt: „Ich möchte nicht, dass diese Deponie wieder betrieben wird." Niemand wisse, was dort bereits liege und wie gefährlich die Produktionsrückstände seien.
Auf dem Gelände kündigte Martin Oldengott als Vertreter der Hammer Runde an, dass man weiterhin entschieden gegen die Pläne von Thyssen-Krupp-Nirosta vorgehen werde. Er sagte, dass es zusätzlich zu den bisher geäußerten Kritikpunkten „planungsrechtliche Bedenken gibt, da die Deponie nicht im Regionalplan ausgewiesen ist". Dies sei ein Verfahrensfehler.
Im Anschluss an die Begehung des Deponiegeländes fand noch ein nicht-öffentlicher Besprechungstermin im Rathaus statt, wo sich der Petitionsausschuss Pläne und Bedenken noch einmal im Detail erläutern ließ. Zwar kann der Petitionsausschuss allein keine Entscheidungen kippen. Seine Empfehlung, so Yüksel, werde jedoch im Landtag sehr wohl registriert. Je nach Ergebnis könne es sogar dazu kommen, dass über eine Weisung die Planungen der Umweltbehörde zur Wiedereröffnung bzw. zum Weiterbetrieb gestoppt würden.

Serdar Yüksel (MdL/SPD) informierte sich für den Petitionsausschuss vor Ort über die Stahlwerks-Deponie. Foto: Gero Helm

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