Nein zur Deponie Marbach!
Nein zur Deponie Marbach!
Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit und erst durch Berichterstattung der WAZ bzw. Ruhrnachrichten an die Öffentlichkeit gelangt, plant die Firma ThyssenKrupp Nirosta AG, die werkeigene Deponie „Marbach“ wieder in Betrieb zu nehmen. Diese Altdeponie wurde 1970 durch die Stadt Bochum genehmigt und diente bis 1987 zur Ablagerung von Produktionsabfällen. Seit 1987 ruht der Betrieb. Die Firma ThyssenKrupp Nirosta AG beabsichtigt nun, die vorgenannte Deponie wieder in Betrieb zu nehmen und gleichzeitig zu erhöhen. Deponiert werden sollen Stoffe der Deponieklasse 1, dass heißt Produktionsrückstände aus dem eigenen Betrieb.
Was sich so unspektakulär anhört, ist der Mega-Gau für Bochum-Hamme. Mitten im 21. Jahrhundert plant die Firma ThyssenKrupp Nirosta AG gemeinsam mit der Stadtverwaltung Bochum eine Deponie mitten in einem Stadtteil, wodurch für Jahrzehnte die Lebens- und Umweltbedingungen in Hamme negativ beeinträchtigt und verändert werden.
Wie wird dieses geplante Vorhaben aussehen?
- Deponiefläche insgesamt: ca. 13 ha
- Abfallarten: u. a. feinkörnige Schlacken
- Ablagerungsvolumen: ca. 700.000 cbm
- Jährliches Abfallaufkommen: ca. 30.000 t
- Jährliches Abfallaufkommen: ca. 18.900 cbm
- Rechnerische Laufzeit: ca. 37 Jahre
- Eine Vergrößerung des Ablagerungsvolumens bis zum 50.000 cbm ist möglich
- Derzeitige Höhe des Ist-Geländes: zwischen 68,5 und 72,5 m NN
- Geplante Maximalhöhe ca. 104 m NN
Über 37 Jahre Laufzeit (+ 3 Jahre Aufbereitungszeit) und mit einem gigantischen Höhenzuwachs von 35,5 m (+ 5-10m sukzessiver Grünbewuchs) wird dieser Deponiekörper ganz Hamme überragen und negativ prägen!
Ein unvorstellbarer Deponiekörper, so hoch wie das Bochumer Rathaus, wird die Häuser entlang der Von-der-Recke-Straße in den „ewigen Schatten“ stellen. Die aufwendigen Bemühungen der Emschergenossenschaft zur Renaturierung des Marbaches werden ad absurdum geführt. Und das zusätzliche Verkehrsaufkommen für den Deponiebetrieb wird den Stadtteil Hamme an 6 Werkstagen und in der Zeit von 8 – 20 Uhr (gem. Antragsunterlagen) belasten.
Nach Absicht der Stadt Bochum soll die Erschließung der Deponie über die Porschestraße erfolgen. Das dort mit hohen finanziellen und öffentlichen Geldern sanierte Gelände, das sich heute mit hoher städtebaulicher Qualität darstellt, wird dabei völlig entwertet werden. Die Staubbelastungen aus dem Deponiekörper werden sich wie eine graue Decke über den Stadtteil und den Autostandort an der Porschestraße legen.
Liebe Bürgerinnen und Bürger, das Verfahren für diese Deponie hat sich die Stadt Bochum (bewußt oder unbewußt?) aus der Hand nehmen lassen. Über ein „Planfeststellungsverfahren gem. § 31 Abs. 2 des Gesetzes zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der Umwelt verträglichen Beseitigung von Abfällen zum Weiterbetrieb und zur Erhöhung der Werksdeponie Marbach der Firma ThyssenKrupp Nirosta AG in Bochum-Hamme“ soll die Baugenehmigung erreicht werden. Geleitet wird das Verfahren durch das Umweltamt der Stadt Hagen als gemeinsame Untere Umweltschutzbehörde der Städte Bochum, Dortmund und Hagen. Somit ist die Stadt Bochum nur noch im Rahmen der sogenannten Träger öffentlicher Belange beteiligt. Über diesen „Verfahrenstrick“ sind sowohl Politik als auch Bürgerschaft im Wesentlichen ausgeklammert, wenn sie nicht im Rahmen des jetzt laufenden Planfeststellungsverfahrens Einspruch einlegen.

Sie alle sind aufgerufen, Einwendungen gegen das Vorhaben in der Zeit vom 24.02.2010 bis einschl. 06.04.2010 im Technischen Rathaus, Hans-Böckler-Straße 19, Zimmer 1.0.210 schriftlich oder zur Niederschrift anzugeben. Nutzen Sie diese Möglichkeit des Bürgerprotestes und gehen Sie möglichst zahlreich mit Ihren Belangen ins Rathaus und helfen Sie mit, dass die Deponie letztendlich verhindert wird. Dabei ist es unerheblich, ob Sie eine Beeinträchtigung Ihrer Lebensqualität oder Ihrer Gesundheit, Ihres Freizeitwertes im Garten oder Ihr Hundeauslaufgebietes befürchten. Wichtig ist alleine, dass sich möglichst viele und zahlreich melden und damit das Verfahren öffentlich machen. Es liegt also an Ihnen bzw. an uns allen!
Völlig unverständlich ist die bisherige Haltung der Verwaltung und vielleicht auch der verantwortlichen Politiker, denn ein solches Verfahren ohne Öffentlichkeitsinformation und –beteiligung ist ein Rückfall in eine Industriepolitik, als der Bürger noch alles hinnehmen musste. Es muss daher die Frage gestellt werden, warum die Politik nicht über einen qualifizierten Bebauungsplan den Bereich Porschestrasse entwickelt – oder jetzt verhindert?!
Die „Hammer Runde“ hat daher beschlossen, zum einen eine Bürgerversammlung zu dem Thema einzuberufen. Gleichwohl hat sie aber auch deutlich gemacht, dass die Deponie grundsätzlich abgelehnt wird.
Helfen Sie mit, dass diese Deponie nicht realisiert wird! Dies kann nur durch einen hohen öffentlichen Druck auf Politik und Verwaltung erreicht werden. Seit einigen Tagen liegen bereits Unterschriftenlisten aus. Wir werden dies durch Hauswurfsendungen usw. weiterhin nach außen tragen und die Öffentlichkeit mobilisieren. Dies hat sich die „Hammer Runde“ zum Ziel gesetzt.
Weitere Informationen erhalten Sie über die Internetseite www.hamme-aktiv.de . Dort werden Sie über weitere Aktionen und Hintergründe zu dieser Planung informiert.
SPD - Ortsverein - Bochum -Hamme

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