WAZ vom, 08. März 2011

Veröffentlicht am 08.03.2011 in Allgemein

Erörterungstermin für Deponie steht
Entscheidende Phase im Streit um die Schlackendeponie von Nirosta. Etwa 120 Einwendungen gegen Betrieb

Michael Weeke
Die Auseinandersetzung um die Deponie Marbach in Hamme geht jetzt in die entscheidende Phase. Nur vier Tage nachdem am Freitag, 18. März, der Petitionsausschuss des NRW-Landtages sich vor Ort ein Bild von der Situation macht, hat die Hagener Umweltschutzbehörde jetzt den Erörterungstermin anberaumt.

Am Dienstag, 22. März, und möglicherweise auch am Tag danach haben die rund 120 Einwender gegen Weiterbetrieb und Erweiterung der Schlacken-Deponie von Thys-sen-Krupp-Nirosta die Gelegenheit dazu, ihre Bedenken vor Vertretern der Umweltschutzbehörde vorzutragen.

Im großen Saal des Bochumer Rathauses beginnt die Erörterung um 9 Uhr. Sie ist nicht öffentlich. Jedoch haben die rund 120 Einwender sowie benannte Vertreter der mehr als 2200 Menschen, die mit ihren Unterschriften gegen die Deponie protestiert haben, die Möglichkeit, an der Erörterung teilzunehmen. Ebenfalls anwesend sind Behördenvertreter und Verantwortliche des Edelstahlherstellers.

Wie berichtet hatte Thyssen-Krupp-Nirosta beantragt, die alte Deponie in Hamme weiter
betreiben zu wollen und zudem wesentlich zu erhöhen. Dagegen hatte es eine Vielzahl von Kritik gegeben. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens, das vom Umweltamt der Stadt Hagen, als gemeinsame Untere Umweltschutzbehörde der Städte Bochum, Dortmund und Hagen, betreut wird, ist ein Erörterungstermin die Möglichkeit, auf die einzelnen Einwendungen einzugehen.
Unmittelbar nach Bekanntwerden des Termins trafen sich am Rosenmontag Vertreter der Hammer Runde, aus deren Mitte sich der Widerstand gegen die Pläne des Stahlkonzerns formierte, um sich auf die Erörterung vorzubereiten. Sprecher Martin Oldengott: „Wir rechnen damit, dass unsere Einwendungen durch entsprechende Gutachten widerlegt werden." Aufgeben allerdings wollen
die Gegner noch lange nicht. „Wir haben noch einige Trümpfe auf der Hand. Wir sehen gravierende Verfahrensfehler", so Oldengott. Einzelheiten dazu wollte er im Vorfeld nicht verraten.

Wenn die Umweltbehörde nach dem Erörterungstermin zu einem Planfeststellungsbeschluss kommt, was den Betrieb der Deponie ermöglichen würde, bliebe für die Gegner nur der Klageweg.

Auf einer Info-Veranstaltung zeigte Thyssen-Krupp-Nirosta im Mai 2010 erstmals ein Modell der geplanten Deponie. Foto: Ingo Otto
DEPONIE MARBACH

Betrieb ruht seit 1987

Sollte die Deponie Marbach genehmigt werden, könnte Thyssen-Krupp-Nirosta über einen Zeltraum von etwa 37 Jahren rund eine Million Tonnen stahlwerksspezifische Rückstände (meist Schlacken) dort lagern. Der Deponiebetrieb ruht seit 1987.

 

SPD Ortsverein Bochum Hamme

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